Aus der Routine in die Extremsituation

David Johannes Berchem

Es war am Dienstag, den 6. November 2007, als ich routinemäßig mit dem Zug von der im Herzen der Millionenmetropole Sydney gelegenen Haltestelle Wynyard in Richtung westliche Vororte aufbrach, um im Rahmen meiner Doktorarbeit über die Wanderer zwischen den Kulturen (vgl. Berchem 2011) einen im Vorfeld vereinbarten Interviewtermin mit einem deutschen Auswanderer wahrzunehmen.

Nachdem ich den Zielbahnhof erreicht hatte, stand ich nach einem kurzen Spaziergang durch die subtropische Hitze vor dem Haus meiner Gewährsperson, die ich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes schlicht „Herr Krüger“ nennen will. Die Unterhaltung, in der Herr Krüger perspektivenreiche Aussagen sowohl über seine Migrationsbiographie als auch über seine Alltagskultur in Australien traf, zog sich über nahezu sechs Stunden hin und brachte nicht nur einen regen, meine Forschung bereichernden Informationsaustausch. Während dieser Stunden, geprägt vom persönlichen Engagement des Migranten, wurden drei von seiner Frau zubereitete Mahlzeiten gereicht sowie Zeit vor dem Fernseher verbracht, um gemeinsam den Melbourne Cup zu verfolgen, das prominenteste und alljährlich im Bundesstaat Victoria am ersten Dienstag im November zelebrierte Pferderennen. Für das narrative Interview hatte der Gastgeber eigens in seinem Freizeitkeller einen Tisch aufgestellt, an dem die Unterhaltung und die Mahlzeiten stattfanden. Im Gespräch kam außerdem jedoch eine extrem heikle Situation zustande, da Herr Krüger den Holocaust leugnete, worauf ich als Feldforscher mit einer nachträglichen Reflexion des schwierigen Forschungsmoments und mit der Thematisierung des Problemfelds holocaust denial reagieren will, da ich mich in den entscheidenden Gesprächsminuten dagegen entschloss, das Interview abzubrechen.

 

Biographisch-sozialisatorischer Hintergrund des Gesprächspartners

Da Herr Krüger 1931 in Hamburg das Licht der Welt erblickte, wurde seine Kindheit maßgeblich durch die katastrophalen Verhältnisse während des Zweiten Weltkriegs geprägt. Während der Endphase des Kriegs verlor seine Mutter angesichts der Ausbombung Hamburgs jegliche Grundlage für eine Existenzsicherung. Nach den Wirren der nationalsozialistischen Herrschaft verfügte der junge Herr Krüger zwar über eine abgeschlossene Ausbildung als Feinmechaniker, die ihm jedoch in der sich nur langsam rehabilitierenden deutschen Zusammenbruchgesellschaft wenige Zukunftsperspektiven bot. Versuche, einen Arbeitsplatz zu finden, blieben erfolglos. Eine letzte Möglichkeit versprach Hoffnung auf ein besseres Leben: die Auswanderung nach Australien. Nach einer Bewerbung sowie einer gesundheitlichen Tauglichkeitsprüfung erhielt der 19-jährige Migrationswillige einen auf bilateralen Übereinkünften basierenden Zweijahresvertrag bei der Südaustralischen Eisenbahn.[1] Per transozeanischer Schiffspassage kehrte Krüger Anfang der 1950er Jahre dem europäischen Kontinent den Rücken, um Down Under nicht nur einen temporär befristeten Arbeits- und Aufenthaltsort zu finden, sondern eine neue Heimat. Zum Zeitpunkt meiner Anwesenheit im Feld konnte er bereits auf insgesamt 55 Lebensjahre zurückschauen, die er – unterbrochen durch einige Besuche persönlicher wie geschäftlicher Natur in der Bundesrepublik – auf dem Roten Kontinent verbracht hatte.

 

Zum Kontext der problematischen Äußerungen

Im Laufe des mehrstündigen Interviews kam Herr Krüger auf das Thema Geschichtsschreibung zu sprechen, was ihn dazu verleitete, die historisch verbürgten Fakten des Zweiten Weltkriegs aus der Perspektive einiger vorgeblich wissenschaftlich sowie vorgeblich objektiv argumentierender Revisionisten narrativ zu skizzieren. Im Grunde genommen hatten mich einige Videokassetten mit Titeln wie „The SS Death’s Head Division“, „The Desert Fox“ oder „Inside Wolf’s Liar“ als Vorboten vor diesem weltanschaulichen Gedankengut gewarnt, die ich etwas abseits, jedoch gut sichtbar auf dem Fernsehschrank bereits während der initialen Begrüßung zu Gesicht bekommen hatte, auch wenn ich das Videomaterial zu diesem frühen Zeitpunkt unserer Zusammenkunft noch nicht einzuordnen wusste.

 

Zunächst galt Herrn Krügers Aufmerksamkeit den Jahren, die er in der Hitlerjugend verbrachte. Drill, Kameradschaft, militärische Übungen, der Umgang mit einer Waffe, naturnahe Abenteuer sowie eine Führerfigur, zu der man aufschaute, wurden von Herrn Krüger in der Rückschau als positiv konnotierte Freizeiterlebnisse seiner Jugend dargelegt, die einem nicht zuletzt ein identitätsstiftendes Gefühl der nationalen Zugehörigkeit angeboten hätten. Es muss dazu gesagt werden, dass diese Narrative keine unikalen Phänomene darstellen. Noch heute höre ich meine vor Jahren verstorbene Großmutter sagen, dass die Reise ins österreichische Salzkammergut – organisiert und durchgeführt im Zuge der NS-Kinderlandverschickung – zu den schönsten und erlebnisreichsten Ferienreisen ihres Lebens gehört hätte.

 

Herr Krüger entfaltete in blumiger Rede den Mythos von der ‚guten, alten Zeit‘, in der es Hitlers Staatsführung nach der Krise der Weimarer Republik vermocht habe, Autobahnen zu bauen, hohe Arbeitslosigkeit in Vollbeschäftigung umzuwandeln, Not und Armut durch nationale Wirtschaftsprogramme zu mildern sowie das nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg bzw. nach den Versailler Verträgen stark lädierte nationale Selbstwertgefühl aus der existentiellen Misere herauszuführen. Ohne jene Brille auf der Nase, die das subjektiv Erlebte aus der Retrospektive rosarot erscheinen lässt, kommen FachwissenschaftlerInnen bei der Untersuchung dieses (Propaganda-)Mythos von der mirakulösen deutschen Wirtschaftskonjunktur zu anderen Ergebnissen. (Vgl. Wehler 2003, S. 644 ff.) Wie der angesehene Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler aber einräumt, hatte sich im Gedächtnis zahlreicher Zeitgenossen das Leitbild der ökonomischen Prosperität in Verbindung mit der zum Wundertäter glorifizierten Führerfigur an der Staatsspitze über Jahrzehnte kollektiv eingeschrieben. (Vgl. ebd., S. 709) Genauer betrachtet war das „,Wunder‘ von Vollbeschäftigung und Wachstum ein ökonomisches Kartenhaus“ (Knopp 2002, S. 200), das einerseits zur Mobilmachung der Massen und andererseits zur Stabilisierung der Herrschaftsansprüche diente. Gemäß seinen aus der geographischen Ferne getätigten Begutachtungen der Ereignisse in Deutschland zwischen 1933 und 1945 griff der deutsche Auswanderer ein von Seiten des britischen Historikers David Irving propagiertes Gedankengut auf. Dessen konfliktträchtigen und überaus problematischen Informationsgehalt zum Thema Holocaust hatte Herr Krüger sich mittels Büchern und Filmen wie der in Australien illegal verbreiteten Videodokumentation „The Search for Truth in History“ angeeignet, in der Irving als Protagonist seine isolierte Sicht auf die historischen Fakten einem Publikum gegenüber präsentierte, das für seine rassistischen und antisemitischen Ausschweifungen empfänglich war. Mein Gegenüber gebärdete sich als Apologet der abwegigen Irving’schen Interpretationshorizonte, ohne den faktisch verbürgten Konsens unter den international renommierten GeschichtswissenschaftlerInnen auch nur peripher zur Kenntnis zu nehmen, dass durch den systematischen, mit Methode betriebenen Massenmord an den europäischen Juden unter Hitler in den zahlreichen Konzentrations- und Vernichtungslagern circa sechs Millionen Menschen ihr Leben verloren haben. (Vgl. Broszat 1988, S. 70; 76 f. u. 80 f.)

„Das gab das nicht, das wurde erst später erfunden, von wegen Holocaust und Konzentrationslager. Das sind alles Erfindungen, die später von Hollywood kamen. Die technischen Sachen, die man in den Konzentrationslagern hatte, waren gar nicht in der Lage, so viele Leute zu verbrennen, das war gar nicht möglich. Es ist verboten darüber zu diskutieren. Ich weiß nicht, ob Sie von David Irving gehört haben, dem Engländer, der vor ein Gericht gezogen wurde? Es gibt Unterlagen, die die Amerikaner über die Konzentrationslager zusammengestellt haben und die Bilder, die man häufig am Fernsehen sieht, das sind keine Verbrennungsöfen. Nämlich viele Leute starben im Camp, wenn man die verhungerten Leute sieht, das war nicht so. Nämlich auf der einen Seite, da sagte man, die Alliierten haben den Krieg gewonnen. Alle Eisenbahnstrecken waren zerstört, Fabriken, Straßen, es gab nichts. Wir, die Deutschen, hatten selber nichts zu essen. Wie kann man tausende von Leuten in einem Lager verpflegen, wenn alles kaputt ist? Es gab keine Verpflegung auf irgendwelche Art.“[2]

Krügers einseitige Rechtfertigungen und Argumentationsmuster, die soweit gingen, den Holocaust als feststehenden Begriff unserer Alltagssprache, der den Versuch der Auslöschung des gesamten europäischen Judentums während des Nationalsozialismus konkretisiert, ideologisch zu bagatellisieren, wiesen zudem drei Ebenen der Holocaust-Leugnung auf:

  1. Die technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit hätten es nicht zugelassen, Menschen in der uns geläufigen Größenordnung umzubringen, so dass es sich lediglich um einige hunderttausend Opfer gehandelt haben könnte.
  2. In den Konzentrationslagern seien während der NS-Diktatur zu keinem Zeitpunkt Gaskammern zur bewussten Ermordung der Juden verwendet worden.
  3. Der Holocaust gilt Herrn Krüger als ein nach dem Zweiten Weltkrieg inszenierter Mythos, worüber Begehrlichkeiten einer jüdischen Lobby nach Repressionszahlungen zur Kompensation des widerfahrenen Leids am Leben gehalten würden.

Ohne Zweifel steht fest, dass mein Informant den rechtsextremen Anschauungen eines Propagandisten, Geschichtsfälschers und Holocaust-Leugners wie Irving anhängt, den er ausdrücklich als seine Informationsquelle erwähnte, welcher sich jedoch die vorgeblich objektiv untersuchten Primärquellen nach Gusto so zurechtlegte, dass sie seine Weltanschauung stützen bzw. seinen Aussagen Faktizität und Authentizität verleihen sollten.

 

Die Nachwehen dieses geführten Gesprächs hielten noch lange Zeit an und zogen zahlreiche Reflexionen über das deutsche Geschichtsverständnis auch innerhalb der deutschen Community in Sydney nach sich – einer Stadt, in der die Bibliothekmitarbeiterin Dr. Olwen Pryke im Jahr 2009 bei ihrer Suche nach Materialien für eine Ausstellung über Thomas Kennealy in den Archiven der State Library of New South Wales eine Kopie der Liste zu Tage förderte, mit der Oskar Schindler zahlreiche Juden vor dem sicheren Tod bewahrte. Ich habe mich im Nachgang detaillierter mit dem Phänomen des holocaust denial auseinandergesetzt.

 

Das Phänomen des holocaust denial

Zunächst kann angeführt werden, dass die Konstruktion diverser Theorien zur Negierung des
Holocaust eine Tradition hat (vgl. Vidal-Naquet 1992, Shapiro 1990), die in erster Linie ihre Heimstätte im Institute for Historical Review gefunden hat, einem pseudowissenschaftlich arbeitenden Thinktank, der zahlreichen Revisionisten in Kalifornien eine Plattform zum geistigen Austausch bietet, um der historischen und institutionell vernetzten Wissenschaftsgemeinde ihre kontroversen Thesen in selbstverherrlichender, polemischer und renitenter Manier entgegenzuhalten. David Irving spielt aufgrund seines Bekanntheitsgrads, seiner medialen Auftritte und nicht zuletzt angesichts der Einreiseverbote in zahlreiche westliche Nationen die Rolle des öffentlichen Sprachrohrs dieser Bewegung. Als ihn die US-amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt in einem ihrer Werke zum einen als „rechtsextremen Autor“ und zum anderen als „authentischen Holocaust-Leugner“ (Lipstadt 1994, S. 141) bezeichnet hatte, der zudem Quellen mit historischen Informationen vorsätzlich verzerrt, um damit den Leser von seiner ‚wirklichen Wahrheit‘ zu überzeugen, fühlte Irving sich veranlasst, gegen die Autorin und ihren Verlag eine Verleumdungsklage anzustrengen. Nach mehreren Jahren gelangte der High Court of Justice in London dank umfangreicher Expertisen aus der akademischen Fachwelt zu dem Urteil, dass dem Kläger der Tatbestand des In-Abrede-Stellens der Massenmorde in seinen rechtsextremen Büchern nachgewiesen werden könne. Diese Werke sind demnach vermehrt in einer rassistischen und antisemitischen Diktion gehalten. Der eigens für den Prozess über den Vorwurf der Verleumdung von der Verteidigung engagierte britische Historiker Richard J. Evans entlarvte in seiner Analyse die von Irving absichtlich betriebene Geschichtsfälschung.

Inside the Royal Courts of Justice | &#0169 Shermozle

Die gegenüber den fragwürdigen Vorgehensweisen zur Konstruktion historischer Tatbestände vorgebrachten Anschuldigungen fielen schwer ins Gewicht, da die Beweislast, die zum Vorschein kam, Irvings Strategie eines gezielt zur Anwendung gebrachten ästhetischen Zurechtrückens der Quellenbestände dekonstruierte. Er hatte, so konnte Evans in seiner kritischen Begutachtung feststellen, nach Gutdünken sowie in Anlehnung an seine ideologisch-politischen Präferenzen scheinbar zuverlässige historische Dokumente in Beschlag genommen, Belegmaterialien manipuliert bzw. pervertiert, Statistiken verfälscht und voreingenommen jene Fakten unterschlagen, die seine Gedankengebäude zu falsifizieren drohten. Zudem gab Irving Textstellen aus Primärquellen bewusst irreführend wieder, setzte sich über akademische Konventionen wissenschaftlichen Arbeitens hinweg und versuchte in kontinuierlicher Regelmäßigkeit seine konsultierten geschichtlichen Beweisstücke so zu arrangieren bzw. seinen Anhängern so zu offerieren, dass sie unmissverständlich nur eine – und zwar seine – Leseart der Ereignisse während des Nationalsozialismus preisgaben. (Vgl. Evans 2001, S. 53, 96, 127 u. 136 f.) In allen Belangen konnten dem starrköpfigen enfant terrible ein „Mangel an historischem Verstehen“ (Broszat, S. 84) bei der Untersuchung historischer Phänomen sowie eine „große Nivellierung der Gewalt“ (ebd., S. 52) nachgewiesen werden.

 

„Behave as a gentleman“?

Als meine Gewährsperson jene tendenziösen Glaubenslehren verbalisierte, war für den Ethnographen der Moment des waghalsigen Hochseilakts ohne Fangnetz in der Manege ‚Feldforschung‘ gekommen. Nur wenige Augenblicke blieben, um sich alle während des Studiums internalisierten Leitprämissen neuerlich zu vergegenwärtigen, die nun mehr denn je Brauchbares über die akkuraten Verhaltensweisen des Forschers im Feld verrieten. Mein Bauchgefühl, normiert durch einen während meiner Erziehung in der Schule und im familiären Umfeld durchlebten Akkulturationsprozess mit dem Namen „Vergangenheitsbewältigung“, tendierte geradewegs zu einer emotionsgeladenen und konfliktträchtigen Lösung – einfach ohne Vorwarnung und voller Entrüstung vom Stuhl aufzuspringen und mit einer gehörigen Ladung persönlicher Verachtung dem Gegenüber energisch entgegenzubrüllen: ALLES MUMPITZ, IRRGLAUBEN UND BÖSER SPUK! Oder doch etwa den weisen Rat des Journalisten Jost Nolte befolgen? Dieser schrieb in der Berliner Morgenpost vom 19. Januar 2000: „Wie reagiert man, wenn jemand behauptet, das Schaf habe den Wolf gefressen oder ein jüdischer Bettler habe einen deutschen Schäferhund angefallen? Mit Gegenbeweisen? Mit Argumenten? Wohl kaum. Eher ruft man einen Psychiater.“ (Nolte zitiert nach Evans 2001, S. 56) Zugegebenermaßen wäre das mit dieser Reaktion einhergehende Risiko, wegen unziemlichen Verhaltens mit einem Tritt zur Tür hinaus befördert zu werden, ziemlich hoch gewesen. Dies wäre gleichbedeutend mit dem Scheitern des Interviews gewesen.

An dieser Grenzsituation, die in erster Linie die Persönlichkeit des Ethnographen betrifft und
beansprucht, wird deutlich, dass es kein leichtes Unterfangen darstellt, das eigene Handeln den manchmal tückischen Feldgegebenheiten anzupassen. Diese liminalen Übergangsbereiche sind ihrem spezifischen Naturell nach so konzipiert, „Diskontinuität zu markieren, die sich als Abtrennung, Differenz, Verwerfung oder Andersartigkeit ins menschliche Bewusstsein hebt.“ (Hartmann 2000, S. 11) Ohne Frage hatte Herr Krüger während unserer Unterhaltung aufgrund seiner Äußerungen bezüglich des Holocaust eine Grenzlinie gezogen, die mich als Feldforscher dazu aufforderte, überlieferte Ordnungen, Kategorien und Identitäten, die hier drohten verlustig zu gehen bzw. aus dem kulturellen Gedächtnis getilgt zu werden, neu zu manifestieren, weil zum einen jenseits dieser Demarkationslinie Herr Krüger mit den nebulösen und verhängnisvollen Geschichtsdeutungen von David Irving paktierte. Zum anderen bewegte ich mich ebenfalls als Forschender, der versuchte, etwas über die Ethnizität deutscher Auswanderer in Sydney in Erfahrung zu bringen, im direkten Einzugsbereich dieses diffusen Raumes des Übergangs, der es mir abverlangte, die eigene Identität, die bedroht wurde, zu verorten (Vgl. Braun 2010, S. 57).

 

Doch zur Debatte steht immer noch die mitunter heikle Frage, wie der Ethnograph diese Situation bewältigen soll, zumal da sich das Gegenüber mit seinem über Jahre hinweg in der Imagination zusammenfabulierten, verkrusteten Gedankengebäude mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von einem dahergelaufenen, circa ein halbes Jahrhundert jüngeren, sich auf keine eigenen Kriegserfahrungen berufenden und in Sachen Feldforschung noch ziemlich unerprobten Abgesandten der deutschen Wissenschaftskultur so mir nichts, dir nichts eines Besseren belehren ließe. Der Ratschlag, „one should always behave as a gentleman“ (Eriksen 2010, S. 29), den Alfred Cort Haddon dem jungen Edward Evans-Pritchard als allumfassende gedankliche Hilfestellung für seine ersten Feldinvestigationen mit an die Hand gegeben hat, sollte im Weiteren für mein Verhalten eine Leitprämisse sein. Er steht im Grundsatz den Prinzipien des Code of Ethics of the American Anthropological Association nahe, der von der Überzeugung ausgeht, dass die FeldforscherInnen alle in ihrer Macht stehenden Anstrengungen aufbringen sollten, um Schaden und negative Beeinträchtigungen von ihren Untersuchten möglichst fernzuhalten. (Vgl. American Anthropological Association 1998 und Brednich 2001, S. 88) Auch das Gebärden als von oberster Kanzel predigende moralische Instanz entspricht kaum der Rolle des Forschers, da es der Ethik des Ethnographen – so weiß der Wiener Kulturwissenschaftler Roland Girtler in Anlehnung an Robert Ezra Park von der Chicagoer Schule der Soziologie zu berichten – zuwiderläuft, unter Deutschen in Sydney als eine Art Missionar, Sozialarbeiter oder als in heimlicher Mission entsendeter Spion des Simon-Wiesenthal-Instituts aufzutreten. (Vgl. Girtler 2001, S. 170)

 

Der Konflikt, einerseits das eigene historische Wissen im Feld hintanzustellen bzw. gegenüber unhaltbaren Äußerungen einen Standpunkt der Neutralität zu bewahren und andererseits die Dummheiten und Inhumanitäten, die die Grenze des Erträglichen unlängst überschritten hatten, auf das Schärfste anzuprangern und zu diskreditieren, musste nun zu einer Lösung gebracht werden. Mit Rücksichtnahme auf eine betagte Person, deren Tagesverlauf ausschließlich auf mein auf Wissensdurst und Neugierde basierendes Kommen ausgerichtet war und deren geschichtliche Erfahrungen von meinen eigenen abwichen, entschloss ich mich gegen eine energische und emotionale Erwiderung und versuchte, mit einem gekünstelten und halbwegs interessierten Kopfnicken Herrn Krügers Rede so zu steuern, dass sie möglichst bald zu einem Ende führte. Mehr oder weniger gekonnt schafften wir es nach kurzer Zeit, uns einem anderen Thema zuzuwenden, so dass es – so künstlich und von außen aufoktroyiert der Charakter solcher qualitativen Interviews auch sein mag –während der Befragung zu keinem Abbruch der freundschaftlichen Atmosphäre und zu keinem Zerwürfnis zwischen Forscher und Beforschtem kam.[3] Doch kann ich Utz Jeggle, Vertreter der Tübinger Empirischen Kulturwissenschaft und ausgewiesene Ikone der Anthropology at Home, gut verstehen, wenn er während seiner langjährigen ethnographischen Tätigkeiten zeitweise von dem Gefühl eingeholt wurde, im Nachhinein zu seinen Gewährsleuten zurückkehren zu müssen, um ihnen „als Endergebnis eine herunter[zu]hauen“ (Jeggle 2008, S. 257). Meines Erachtens spiegelt mein vorübergehendes Verstummen während dieser Grenzsituation – mag meine Reaktion von den LeserInnen hier als richtig, falsch oder nur adäquat begutachtet werden – die Intention zahlreicher FeldforscherInnen wider, das Gelingen des zeit- und arbeitsintensiven Projektes zu gewährleisten, selbst unter dem Einfluss von zutiefst zu verabscheuenden Umständen. Zudem bot sich für Herrn Krüger mit dem Überschwenken zu anderen Gesichtspunkten deutscher Kultur in Australien nicht die Gelegenheit, sich weiterhin bloßzustellen bzw. darüber Auskunft zu geben, in welchen Gedankengebäuden er zu Hause ist.

 

Berücksichtigung des Gesichtspunkts der Migrationssituation

Mit den hier präsentierten, selbstreflexiven Überlegungen zur ethnographischen Feldforschung möchte ich in gegebener Kürze dennoch einige Antworten auf die Frage finden, warum sich gerade ein aus Deutschland nach Australien immigrierter Wanderer zwischen den Kulturen von den rassistisch inspirierten Weltansichten eines David Irving infizieren lässt. Gegen mein damaliges Verstummen im Feld stelle ich jetzt – mehr oder weniger aus kompensatorischen bzw. kathartischen Motiven – einige kulturanalytische Reflexionen an, denn „Dämonenvertreibung“, so stimme ich mit dem Münsteraner Kulturanthropologen Andreas Hartmann an dieser Stelle überein, „tut not an der Grenze“ (Hartmann 2001, S. 18). Ich berufe mich in diesem Bemühen, ohne Herrn Krügers perfide Kommentare und die demagogische Irrlehre bagatellisieren zu wollen, auf ethnologisches Basisverhalten, das im Sinne Malinowskis darin besteht, kulturell Fremdes from the native point of view begreifbar zu machen. So hat sich die Zunft der Sozial- und KulturanthropologInnen auf ihre disziplinären Fahnen geschrieben, „die Bedeutungen, die die Untersuchten selbst ihrer Umwelt und ihren Handlungen zuschreiben, zu verstehen.“ (Kutzschenbach 1982, S. 17) Insbesondere für Menschen, die aus diversen Beweggründen den Entschluss getroffen haben, ihr Leben an ferne und mitunter fremde Horizonte zu verlagern, ist die Schimäre ‚Heimat‘ eine zentrale Kategorie zur subjektiv-performativen Konstruktion ihrer Diaspora-Identitäten. Sozial- und kulturanthropologische Studien zu diasporischen Lebensformen haben auf das Phänomen eines diaspora consciousness (Clifford 1994, S. 311) hingewiesen. Danach sind MigrantInnen an ihrem Residenzort zumeist von mannigfaltigen Entwurzelungs- und Verlusterfahrungen betroffen, die mit einem Kulturschock bzw. dem Leben in der kulturellen Fremde einhergehen. Im Zuge dessen würden sie oft eine in der Regel idealisierte, romantisierte und fiktionalisierte Heimat in den Mittelpunkt ihres Bewusstseins stellen. Diese wird in der Imagination zu einem mythischen Idyll glorifiziert, selbst wenn dafür in der historischen Realität keine Entsprechung nachweisbar ist. (Vgl. Kokot 2002a, S. 104; dies. 2002b, S. 33)

 

Herr Krüger lebt als mittlerweile in die Jahre gekommener Sydneysider in einem stark globalisierten, technisierten und digitalisierten Zeitalter, in dem seine alltäglichen Erfahrungen von den multiethnischen Lebensweisen einer vom Kulturpluralismus gekennzeichneten Millionenmetropole geprägt sind. Sein Leben in Sydney bestimmen für den zum Kulturtyp der diasporics (Clifford 1997, S. 244 ff.) gehörenden Wanderer dennoch auch gegenwärtig noch einerseits die in Deutschland verlebten Jugendjahre, die Sozialisation in einem militärisch-soldatischen Milieu mit Kameradschaft, Gehorsam und Pflichterfüllung sowie andererseits die für zahlreiche Mitglieder dieser Altersgruppe so einprägsam wirkenden Erlebnisse des Krieges. Die bei dieser Generation der displaced persons weit verbreitete Erfahrung von Entwurzelung, Existenznot, Perspektivlosigkeit und „Zerstreuung“ (Mayer 2005, S. 8 ) im Zuge der katastrophalen Lebensbedingungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Tatsache, über Jahrzehnte als in Australien lebender Deutscher den Ruf als Kriegsverbrecher und Gräueltäter nicht ablegen zu können sowie der Kompensationsgedanke, mit den historischen Interpretationen aus der Feder von David Irving endlich einen mehr oder minder strapazierfähigen Anker gefunden zu haben, der in stürmischen Zeiten in der Fremde Halt, Ordnung und ein Gefühl von Zugehörigkeit sicherstellt, können als Erklärungsmomente für die hier präsentierten diasporischen Narrative ins Feld geführt werden. Dass Irvings dissolute Thesen als Identifikationsofferten wirken können, wird nur aus der spezifischen Situation der Diaspora heraus verständlich. Die mit der De-Territorialisierung des Migranten einhergehende kulturelle Entgrenzung und Entfremdung sowie die Infragestellung ontologischer bzw. gesellschaftlich konsolidierter Sicherheiten, die von der als selbstverständlich wahrgenommenen Alltagskultur in der Heimat – früher einmal – zur Verfügung gestellt wurden, führen unweigerlich zu gebrochenen und fragmentierten Identitäten. (Vgl. Heiss / Six-Hohenbalken 2011, S. 45) Von Hoffnungen und Sehnsüchten beeinflusst, führen Herrn Krügers gedankliche Konstruktionen zur Verharmlosung des Nationalsozialismus, der Mythologisierung einer als heil geglaubten Vergangenheit unter Adolf Hitler sowie der Bagatellisierung des Holocaust. Sie lassen sich als ein durch die imaginativen Anstrengungen des Wanderers zwischen den Kulturen konzeptualisiertes Refugium interpretieren (vgl. Schmidt Hornstein 2003, S. 37), das ein Gegengewicht zu den bisweilen hybriden und widersprüchlichen Diaspora-Identitäten bilden soll. Arjun Appadurai formuliert in Bezug auf das kulturelle Phänomen des homeland desire:

„But the homeland is partly invented, existing only in the imagination of the deterritorialized groups, and it can sometimes become so fantastic and one-sided that it provides the fuel for new ethnic conflicts.“ (Appadurai 1996, S. 49)

Diese soeben dokumentierten Aufschlüsse decken sich ferner mit den Ergebnissen des Volkskundlers Albrecht Lehmann, der in einem im Jahr 1978 in Hamburg durchgeführten Oral-History-Projekt mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs die nachhaltige Bedeutung der Naziherrschaft für das Leben dieser Menschen nachweisen konnte. In den Erinnerungsgeschichten dieser Gewährspersonen, die sich während des Naziregimes in einem hochgradig aufnahmefähigen und beeinflussbaren Alter zwischen 14 und 18 Jahren befanden, tauchen ebenfalls zahlreiche in der Rückschau verklärte Lebensepisoden auf, wie Hitlerjugend, Arbeitsdienst und Wehrpflicht, bei denen eine ganzheitliche „Indoktrination des einzelnen mit soldatischen Pflichten und Wertemaßstäben, bei so perfektionierter Militarisierung von Kultur und Gesellschaft“ (Lehmann 1982, S. 241) gelang. Im kollektiven Gedächtnis sind diese historischen Erfahrungen tief eingeprägt, so dass es nicht verwunderlich ist, wenn Herr Krüger auch am vermeintlich anderen Ende der Welt nur in allerhöchsten Tönen von dieser lebensgeschichtlichen Epoche spricht. Dies tut er jedoch in einer Konfrontationshaltung zu einem öffentlichen Diskurs, der auf der Basis unbestreitbarer historischer Quellen einen Nachweis dafür erbringen konnte, dass Holocaust-Leugner wie David Irving die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu pervertieren drohen.

Nikko die drei Affen | &#0169 Marcus Tièschky

Schluss

Die oben ausgeführten Gedankengänge zur Feldforschung als subjektivem Prozess, der sowohl von persönlichen Einsichten, Befindlichkeiten und Wahrnehmungen als auch von Verständigungsschwierigkeiten, Differenzen, Konflikten und Auseinandersetzungen gekennzeichnet ist und bei dem Grenzen überschritten werden, sollen die Bewusstseinsbildung über diese methodische Herangehensweise schärfen. Ein liminales Passieren von Grenzsituationen besitzt für den Ethnographen nur dann einen Mehrwert, wenn er sich diesen am eigenen Leib erfahrenen Übergangsstatus – durchaus vergleichbar mit den Passage- und Initiationsritualen van Gennep’scher Prägung – mit einer analytischen und selbstreflektierenden Haltung nähert, um einen stringenten ethnologischen Lern- und Reifungsprozess zu durchlaufen, der nach dem Prinzip ‚Eigenverstehen durch Fremdverstehen‘ gestrickt ist. Die Kultur der Fremde bereichert den Feldforscher und er lernt auf gewisse Weise seine eigenen Relevanz- und Bedeutungssysteme durch die Otherness der anderen besser verstehen. Die nahezu universell vorkommende, anthropogene Konstante, in anspruchsvollen Grenzsituationen unter Zuhilfenahme einer „kulturellen Ordnungsenergie“ (Hartmann 2001, S. 16) einen ethisch vertretbaren Standpunkt einzunehmen bzw. diesen zu verteidigen, gehört nicht zuletzt auch zu den Aufgaben des Feldforschers. Das führt uns zu der schlussfolgernden Überlegung, dass die Feldforschung „ohne Zweifel zur Person des Forschers“ (Schmidt-Lauber 2010, S. 34) führt, da sie es ist, die während der zeitintensiven, stationären Feldforschung mit sich selbst konfrontiert wird. Die subjektiv erlebten Gefühlsverwirrungen, Ärgernisse, inneren Konflikte und identitären Rolleninkonsistenzen des Forschers/der Forscherin müssen ihm/ihr als Rohmaterialien dienen, mittels derer wir als Sozial- und KulturanthropologInnen im Stande sind, ethnographische Räume aufzuschließen. Dies macht meines Erachtens die Feldforschung im Allgemeinen und den Grenzgang im Speziellen so außerordentlich reizvoll.

 

Der Autor

David Johannes Berchem, Jahrgang 1980, hat Kulturanthropologie/Volkskunde, Ethnologie und Germanistik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn studiert und im Bereich Kulturanthropologie/Volkskunde promoviert. Ethnographische Feldforschungen führte er in einer kleinen rheinischen Gemeinde, in Sydney und auf Bali durch. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Migration und Ethnizität, transnationale Kulturdynamiken, ethnographische Feldforschung, Brauch- und Ritualforschung, Interkulturelle Kommunikation und die Wissenschaftsgeschichte der Disziplin Kulturanthropologie.

Anmerkungen

[1] Durch die globale Ankurbelung der nationalen Ökonomien nach 1945 wurde es auch für Australien unumgänglich, mittels ausländischer Arbeitskräfte die im eigenen Land in größerer Menge schlummernden natürlichen Ressourcen zugänglich zu machen, so dass in dieser Zeit mannigfaltige einwanderungspolitische Programme zur nachhaltigen Konsolidierung der Infrastruktur aus dem Boden gestampft wurden. Für den Ausbau von Schienenstrecken sowie für die Konstruktion von Energieversorgungsanlagen wurden in erster Linie Menschen von andernorts angeworben.
[2] Zitat aus dem Interview mit Herrn Krüger, datiert auf den 06.11.2007.
[3] Eine ähnliche Strategie verfolgte der ZDF-Moderator Claus Kleber in einem Fernsehinterview mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Teheran am 18. März 2012. Nachdem Ahmadinedschad den Holocaust in Abrede stellte, kam von Kleber kein Widerspruch. Er versuchte die Unterredung in eine andere Richtung zu lenken, um damit seinem Gegenüber keine Plattform für seine unerhörten Bemerkungen anzubieten. Auch in zahlreichen arabischen bzw. islamisch geprägten Ländern ist die Holocaust-Leugnung als Bestandteil der antizionistischen Agitation keine Seltenheit. Der niederländische Soziologe Paul Scheffer, der in Antwerpen hauptsächlich mit Lehrern sprach, die Schüler aus muslimischen Familien unterrichten, berichtet, dass es im Geschichtsunterricht immer beschwerlicher sei, den Holocaust zu thematisieren. Viele Schüler mit Migrationshintergrund seien der Meinung: „Es hat ihn nicht gegeben – und wenn es ihn gegeben hat, dann war es vielleicht keine so schlechte Idee.“ (Scheffer 2012, S. 90).

Literatur

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