Reverse Culture Shock

Homecoming als Praxis der transnationalen Beheimatung zwischen Australien und Deutschland

 

Ohne Zweifel leben wir in einem Zeitalter, in dem die alltagsweltlichen Sphären des Kulturwesens Mensch in hohem Maße durch Mobilität geprägt sind. Mobilität, die unmittelbar damit verbundene Zunahme von transnational aufgespannten kulturellen Verflechtungen sowie die stetige Zerklüftung und Fragmentierung der ehemals unhinterfragt Gültigkeit besitzenden Horizonte sind unlängst zu den signifikantesten Schlüsselkategorien unserer postmodernen Epoche avanciert.

Von David Johannes Berchem mehr

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Scharlachroter Schandschmutz

Oder der Stiftkeimgänsehautgedanke

 

Der Gedanke an Bakterien macht mich wahnsinnig. Sie sind überall. In der Luft, auf Gegenständen, auf meiner Haut. Ich kann sie nicht abkratzen, abwischen oder abschmirgeln. Egal wie sehr ich versuche sie zu beseitigen, augenblicklich bringe ich neue Keime in die Luft, auf Gegenstände oder meine Haut.

Von Marie-Kristin Tetzner mehr

 

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Wenn Feldforschung zum Grenzgang wird.

Auf der Couch mit einem Holocaust-Leugner

Aus der Routine in die Extremsituation

 

Es war am Dienstag, den 6. November 2007, als ich routinemäßig mit dem Zug von der im Herzen der Millionenmetropole Sydney gelegenen Haltestelle Wynyard in Richtung westliche Vororte aufbrach, um im Rahmen meiner Doktorarbeit über die Wanderer zwischen den Kulturen (vgl. Berchem 2011) einen im Vorfeld vereinbarten Interviewtermin mit einem deutschen Auswanderer wahrzunehmen.

Nachdem ich den Zielbahnhof erreicht hatte, stand ich nach einem kurzen Spaziergang durch die subtropische Hitze vor dem Haus meiner Gewährsperson, die ich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes schlicht „Herr Krüger“ nennen will. Die Unterhaltung, in der Herr Krüger perspektivenreiche Aussagen sowohl über seine Migrationsbiographie als auch über seine Alltagskultur in Australien traf, zog sich über nahezu sechs Stunden hin und brachte nicht nur einen regen, meine Forschung bereichernden Informationsaustausch.

Von David Johannes Berchem mehr

 

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„Die denken, wir sind von nem anderen Planeten“

Einblicke in die Lebenswelt Sexarbeit

 

Bereits die Vorstellung, dass Sexarbeiterinnen nicht mit Außenstehenden über ihre Tätigkeit sprechen möchten, erwies sich bei meinen Recherchen im Prostitutionsmilieu als falsch. Ganz im Gegenteil ? die meisten meiner Interviewpartnerinnen wiesen mich nicht etwa ab, sondern zeigten sich erfreut darüber, mit einer Person außerhalb ihres Arbeitsumfeldes eine Unterhaltung zu führen, nicht zuletzt deshalb, weil sich dadurch die Möglichkeit ergab, gängige Klischees und Vorurteile zu relativieren. Trotzdem offenbarte sich bereits im Vorfeld der Untersuchung das Hauptproblem vieler Sexarbeiterinnen; die nach wie vor vorhandene gesellschaftliche Stigmatisierung, weshalb eine ständige Versicherung, dass keine Fotos oder Kameraaufnahmen gemacht würden und eine Veröffentlichung auf rein wissenschaftlicher Basis angestrebt sei, nötig war.

Von Barbara Wittmann mehr